Mehr Grün statt Grau: Opfikon entsiegeln für Hitze- und Starkregenschutz
Der Klimawandel ist in Opfikon längst Realität. Die anhaltende Hitze erhöht die gesundheitliche Belastung für die Bevölkerung massiv und der hohe Versiegelungsgrad führt bei Starkregen dazu, dass Wassermassen nicht vor Ort versickern können. Die Folgen: Schäden an der Infrastruktur, teure Anpassungen der Kanalisation und eine Infrastruktur, die an ihre Belastungsgrenzen stösst.
Grossflächige Infrastrukturprojekte wie reguläre Strassensanierungen erstrecken sich oft über viele Jahre. Wir können es uns nicht leisten, ausschliesslich auf diese Zyklen zu warten. Die Erfahrungen aus Rekordjahren bei Feuerwehreinsätzen wegen Elementarereignissen unterstreichen die Notwendigkeit von punktuellen Sofortmassnahmen, um Unwetterschäden präventiv zu begegnen.
Das Postulat von David Sichau
Der grüne Gemeinderat David Sichau hat am 1. Juli 2026 ein Postulat gemäss Art. 36 des Organisationserlass Gemeinderat eingereicht. Darin fordert er Massnahmen zur Entsiegelung im Stadtgebiet: Hitzeminderung, Starkregenschutz und Anreize für Private. Die Grünen unterstützen dieses Postulat vollumfänglich und fordern den Stadtrat auf, zügig Bericht zu erstatten.
Was wir fordern
1. Sofortmassnahmen unabhängig von Sanierungszyklen
Strassensanierungen finden in der Regel nur alle 15 bis 20 Jahre statt. Entsiegelungsmassnahmen dürfen nicht ausschliesslich an diese seltenen Zyklen gekoppelt werden. Die Stadt soll prüfen, wie punktuelle Sofortmassnahmen – etwa der Rückbau ungenutzter Asphaltflächen – unabhängig von grossen, oft erst nach Jahrzehnten anstehenden Strassensanierungen realisiert werden können.
2. Beschleunigte Entsiegelung ungenutzter Flächen
Identifikation von versiegelten Teilflächen im Strassenraum, die kurzfristig entsiegelt werden können – zum Beispiel überdimensionierte Sperrflächen oder ungenutzte Asphaltinseln. Entwicklung von konkreten Massnahmen, die kurz- und mittelfristig unabhängig von grossen Sanierungen oder Bauprojekten durchgeführt werden können.
3. Förderprogramm für Private
Prüfung von Anreizsystemen zur Entsiegelung privater Aussenräume – etwa Übernahme von Entsorgungskosten für Asphalt oder kostenlose Beratung. Die Stadt Winterthur macht es vor: Dort übernimmt die Stadt die Entsorgungskosten für bis zu 100 m² Asphalt und bietet eine Gratis-Beratung an.
4. Offensive für Stadtbäume und Versickerung
Systematische Erhöhung des Baumbestands zur Beschattung und Schaffung von Versickerungsmulden oder begrünten Gräben – analog zum Vorbild Glattpark. Der Glattpark Opfikon wurde 2006 errichtet und überzeugt durch eine klimaangepasste Regenwasserbewirtschaftung mit einem See als Retentionsspeicher.
5. Prävention von Unwetterschäden
Nutzung von Entsiegelungsmassnahmen zur gezielten Entlastung des Kanalnetzes bei Starkregenereignissen. Das Schwammstadt-Prinzip nutzt natürliche Versickerungs- und Retentionsflächen, um den Oberflächenabfluss massiv zu reduzieren und die städtische Kanalisation gezielt zu entlasten.
6. Verankerung in der baurechtlichen Praxis
Weitere Integration verbindlicher Anforderungen zur ökologischen Umgebungsgestaltung in die laufende Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO).
Warum sich Entsiegelung lohnt
Durch die Umsetzung der geforderten Massnahmen erzielt die Stadt Opfikon einen dreifachen Gewinn für die öffentliche Hand und die Bevölkerung:
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Stärkung der Resilienz mit geringen Investitionen: Punktuelle Entsiegelungen von ungenutzten Flächen im Strassenraum können als kostengünstige Sofortmassnahmen realisiert werden. Solche Eingriffe erfordern im Vergleich zu grossflächigen Infrastrukturprojekten nur geringe Investitionen, erhöhen aber unmittelbar die Widerstandsfähigkeit des Stadtgebiets gegenüber extremen Wetterereignissen.
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Vermeidung teurer Infrastruktur-Massnahmen: Das Schwammstadt-Prinzip, wie es im Glattpark bereits erfolgreich vorgelebt wird, nutzt natürliche Versickerungs- und Retentionsflächen. Dadurch wird die städtische Kanalisation gezielt entlastet, was langfristig teure und baulich aufwendige Kapazitätserweiterungen der Kanalisationsinfrastruktur vermeiden kann.
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Reduktion des Schadenspotenzials: Die steigende Anzahl bei den Feuerwehreinsätzen aufgrund von Elementarereignissen belegt die hohen Kosten, die durch unkontrolliert abfliessendes Oberflächenwasser entstehen. Durch zusätzliche Versickerungsmulden und mehr Stadtbäume wird nicht nur das Mikroklima gekühlt, sondern das Wasser bei Starkregen dort zurückgehalten, wo es anfällt.
Fazit: Jetzt handeln – für ein klimaresilientes Opfikon
Opfikon kann es sich nicht leisten, weiter auf langfristige Sanierungszyklen zu warten. Eine klimaresiliente und zukunftsorientierte Stadtplanung für Opfikon ist eine ökonomisch kluge Vorsorgestrategie, um die Infrastrukturkosten im Griff zu behalten und die Stadt gegen Klimarisiken abzusichern. Mit gezielten Sofortmassnahmen, einem Förderprogramm für Private und einer Offensive für mehr Stadtbäume wird unsere Stadt kühler, sicherer und kosteneffizienter.
Die Grünen unterstützen das Postulat von Gemeinderat David Sichau und fordern: Jetzt handeln – für ein klimaresilientes Opfikon!